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Donnerstag, 17. Januar 2013

Die richtige Wahl des Kompressors

Wer die Wahl hat...oft sind in PlugIn Bundles etliche verschiedene Kompressoren vorhanden und als Homerecorder hat man weder die Zeit noch die Geduld, alle Kompressoren an jedem Instrument auszuprobieren. Und auch die jahrelange Erfahrung in "high equipped" Studios fehlt den meisten Hobbymusikern. Da hilft es, nachdem man sich die wichtigsten Basics angelesen hat, zu schauen wie es die berühmten "Kollegen" machen. Hier ist eine "Best-for" Zusammenfassung aus vielen Interviews, Blogs und Reports von über 20 bekannten Mixing Engineers.

Beliebte Kompressoren für Vocals

DBX 160 - Schnelle Attackzeiten, wenig Färbung des Signals

Teletronix LA-2A - Elektro-optische Gain Reduktion, langsamer Attack, nicht-linear, arbeitet "sehr musikalisch", interne Röhren geben den typischen Röhrensound, "King of smoothness"

Focusrite Red 3 & Red 7 - VCA-Gain Control, subtile Wärme. Alternativen dazu sind Tube Tech CL1B und Avalon VT737SP, die mit ähnlichem Aufbau und Sound oft in modernen Produktionen verwendet werden.

Summit Audio TLA100A & DCL200 - schneller Attack, sauberer Klang als Teletronix LA-2A und etwas crisperer Sound.

Teletronix LA3A - Elektro-optische Gain Reduktion aber weniger Färbung und etwas schnellerer Attack als sein "warmer Bruder" LA-2A.

Fairchild 670 - DAS Luxusgerät, Röhrensound mit ‘Vari-Mu’ Gain-Control, wobei "Vari-Mu" eine Art flexible Ratio darstellt - je höher das Signal über den Treshold geht, desto höhere Ratio setzt das Gerät an.

UREI 1176 - Der Klassiker unter den Kompressoren für Vocals, FET-Gain Control mit etwas mehr Höhen und Lebendigkeit

Empirical Labs EL8 Distressor - Der Distressor simuliert viele der klassischen Kompressor-Techniken und bietet somit auch sehr viele Kombinationsmöglichkeiten.

Beliebte Kompressoren für Drums

DBX 160X - Sehr schnelle Attack- & Releasezeiten, gut für Snare und Kick

Fairchild 660/670 - Der 660er hat einen smoothen Sound, der 670 bietet durch die M/S-Technik die Möglichkeiten, die Seiten heftig zu komprimieren ohne die Transienten der Mittensignale (wie Kick und Snare) in Mitleidenschaft zu ziehen. Daher wird der 670 gerne für den Drumbuss verwendet.

UREI 1176/1178 - Der UREI wird aufgrund der schnellen Reaktionszeiten gerne für Drums verwendet. Auch für Parallel-Kompression des Drumbuss.

Empirical Labs EL8 Distressor - Einfach ein vielseitiger Kompressor, neben Einzelbearbeitung von Kick und Snare auch für Parallel-Kompression durch die Brickwall-Limiting-Funktion gut nutzbar.

EMI TG12413 - Sehr seltener Limiter, das Replikat ist der Chandler TG1. Schneller Attack, Dioden-basierte Gain-Reduction färbt das Signal in Richtung rund, warm und Vintage, mit mehr Sättigung gibt es ordentlich Vintage-Dreck für den Drumbuss.

API 2500 - schneller VCA-Gain Control, weniger Färbung, erhält bei höheren Einstellungen mehr Punch, Transienten und Low End als andere Kompressoren.

SSL G-Serie - schneller VCA-Gain Control, leichter Midrange-Crunch

Beliebter Kompressor für Bass

UREI 1176 - Gut für Bass, bei hohen Attack- und Releasewerten, Ration 4:1 oder 4:1 mit dem 8:1 Ration-Button.

Joemeek SC2

Teletronix LA2A

Beliebte Kompressoren für Gitarren

Band-Sättigung - Bevor es in den Kompressor geht, sollte die erste leichte Kompresion durch eine Bandsättigung erfolgen - was heute einige Plugins sehr gut simulieren (Magneto, Slatedigital VTM, Waves Kramer MPX).

Neve 2254 / 33609 - Neve ist die beliebteste Wahl für Gitarren aufgrund des seidig-smoothen Sound

Wer sich unsicher ist, welchen Urvater das genutzte Plugin als Vorblid galt, der sollte zum einen das Manual nach einer Info des simulierten Schaltkreis, oder über die grafische Oberfläche. Hier sind vor allem die Knöpfe oft nach den Vorbildern übernommen - oder ganz einfach über den Namen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Korrektur falscher Snare-Mikrofonierung (Repair Snare Sound)

Bei manchen Aufnahmesessions kann es durchaus passieren, das erst beim Mix festgestellt wird, das die Snare sich trotz aller EQ-Einstellungen & Kompressionsbemühungen nicht durchsetzen kann.

Dies liegt oft an einem fehlenden oder falsch positionierten Mikrofon für die Snare-Unterseite. Eine hilfreiche Technik kann auch nachträglich den Teppich-Sound der Original-Snare im Nachgang einfangen, ohne mit hohem Aufwand eine zusätzliche MIDI-Triggerspur zu erzeugen.

Wer das Reamping zur nachträglichen Aufnahme für elektrische Gitarren kennt, dem ist die grundlegende Technik für Korrekturen in der Postproduktion bereits bekannt. Für alle anderen werde ich es gerne nochmal kurz erklären.

Postproduktion

Die Phase der Postproduktion findet direkt nach den Aufnahmen der Musiker statt. Neben dem schneiden und säubern der Aufnahmen sowie eventuelle Korrekturen an kleineren Stellen werden die Spuren mit dem EQ vorsichtig(!) entzerrt und der Mix in der Lautstärke wie auch im Panning in Balance gebracht. Die dadurch erreichte Stufe nehme ich für alle kommenden Mixe als Ausgangspunkt. Wichtig ist für mich, das die bis dahin getätigten Eingriffe noch keinerlei klangfärbende Maßnahmen getätigt wurden und auch keine Effekte (außer den von den Musikern direkt aufgenommenen) zum Einsatz kommen.

Der schwierigste Punkt ist dabei das entzerren der Spuren - hier darf man weder zu viel noch zu wenig von störenden Frequenzen entfernen.

Hat man den Mix soweit aufgeräumt, sollte man spätestens jetzt schwerwiegende Fehler erkennen und sich um deren Korrektur Gedanken machen. Wer bei der Aufnahmesession allerdings gepennt oder gemurkst hat (und das ist in 99% der schlechten Aufnahmen der Fall) - der sollte sich nochmal das 1 x 1 der Instrumentenmikrofonierung kümmern und an seinem Vorbereitungsprozess arbeiten.

Wenn sich nun rausstellt, das der vom Gitarristen eingestellte Preamp-Sound (dessen Einstellungen direkt aus dem Proberaum übernommen wurden) zu wenig Höhen hat oder einfach schlecht klingt, der kann sich freuen, wenn bereits während der Aufnahmen ein separates Direktsignal der E-Gitarre aufgenommen wurde (was man heute eigentlich immer als Backup mit aufnimmt um sich in der Mixing-Phase alle Optionen offen zu halten).

Man schickt dann einfach das Direktsignal der E-Gitarre in den Preamp und hat nun Zeit, sich mit Mikrofonierung und Preamp-Einstellungen zu beschäftigen. Zudem kann der Sound besser an den Rest des Bandsounds angepasst werden. Das gleiche gilt für die Kreation eines neuen Gitarrensounds bei der Remix-Erstellung.

Reamping an den Drums

Das Schlagzeug bzw. alle Schlagzeug-Kessel werden mit Stützmikrofonen abgenommen - dies hat sich inzwischen als Optimum herausgestellt. Oft werden sogar für Bassdrum und Snare jeweils mehrere Mikrofone genutzt. Doch nicht alle Homerecording-Produzenten haben das Geld oder die Möglichkeiten, sich ein Arsenal aus 12 und mehr Mikros anzulegen.

Um sinnvoll zu sparen, kann auf das Mikro unterhalb der Snare verzichtet werden. Dies wird dann nach der Aufnahme einfach mit der Reamp-Technologie simuliert. Dazu wird ein loser Lautsprecher (Chassis / Treiber, nicht die gesamte Box!) mit der Membran direkt auf das obere Snare-Fell gelegt. Danach wird unter der Snare das Mikro am Snareteppich justiert. Zum Schluss wird der Track abgespielt und nur das aufgenommene Snaredrum-Signal auf den losen Lautsprecher gegeben. Gleichzeitig wird das Signal des aufgebauten Mikros aufgenommen. Als Ergebnis bekommt man kein Original, aber ein sehr brauchbares Signal das die Snare-Teppich-Aufnahme würdig ersetzen kann. Die Klangdifferenzen werden durch EQ korrigiert und schließlich wird die Spur passend im Mix plaziert.

Zeit für Experimente!

Wer Lust aufs experimentieren hat, der kann auch den Lautsprecher auf den Rücken legen und die Snare oben drauf packen (Teppich natürlich nach oben zeigend, sowie Neujustierung des Mikros). Dies ist oft eine etwas wackelige Angelegenheit - Schaumstoff-Blöcke, Kissen oder Decken helfen bei der Justierung. Anschließend können diverse Dinge wie Murmeln, Schlüsselbund, Ei-Shaker etc. auf die Snare platziert werden.
PS: Schon der Anblick der wie von Geisterhand herumhüpfenden Gegenstände auf der Snare ist ein Versuch wert!
PPS: Der Lautsprecher sollte vorsichtig an der Snare befestigt werden, hier hilft ein Fahrrad-Spanngummi für Gepäckträger.

Mittwoch, 19. September 2012

Dubstep Synth Alternativen

FxPansion Cypher

Nachdem der Hype um Massive sich gelegt hat, erkennt man in den meisten semiprofessionellen Dubstep-Produktionen vermehrt den Klang von Massive - und dort auch nur einige wenige Variationen. Kaum bekannt wird dagegen der Fxpansion Cypher sein, der ebenfalls sehr gut für Dubstep nutzbar ist, denn er enthält eine wichtige Funktion, die bisher kein anderer Soft-Synth so umgesetzt hat. Hier der Auszug aus dem Manual:

4:6 Beat detune

When two detuned oscillators play together, their differing frequencies cause an audible ‘beating’ effect against one another. The rhythmic rate of this beating varies depending on the notes played, since beating is directly affected by the frequencies of the notes themselves - different notes generate different frequencies. While it is common to use such sounds in a rhythmic way, any performance is always influenced by each note creating a different beating rate. Each of Cypher’s oscillators includes a useful feature for providing this detuned beating effect with the same rate across the whole keyboard range, resulting in new ways of performing throbbing dubstep basses and rhythmic pads and chords.

Using the Beat control

The Beat control sets the frequency rate of the beating effect in Hz. To understand how this control works, follow this simple example:

With the Sync button enabled, the Beat control is set in BPM-based values synced to the host tempo, allowing tempo-synced beating effects. A dedicated beat rate control is very rarely found on hardware analogue synths, with a notable exception being the Moog Taurus bass synthesizer.

Beat rates as TransMod modulators

The beating rates of the various oscillator combinations are available as TransMod control-rate sources. This means you can modulate other parameters at the beat rate, allowing for unprecedented rhythmic modulation effects synced to osc beating. These sources are discussed at the end of section 7:8.

Usage with other oscillator functions

The Beat feature offers interesting possibilities with other oscillator functions, as it provides a rhythmic frequency detuning effect. Try using it alongside FM, WM, ring mod and sync functions.

FAW Circle

Ein anderes gutes Synth ist Circle - hier hat man ähnliche Routing-Möglichkeiten per Drag & Drop wie in Massive, zudem sind hier ebenfalls komplexe Frequenzmodulationen (FM) möglich. Future Audio Workshop