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Donnerstag, 20. November 2008

DTD & XML & STUDIO = Toll?

Was viele früher oder später interessiert, ist mal endlich eine Übersicht zu schaffen, um dem Chaos aller Sounds und Samples Herr zu werden, die man in aufwendiger Arbeit gesammelt, gebackuped und bearbeitet hat. Das Chaos fängt bei Synthesizer-Einstellungen an und hört bei der 47 bearbeiteten Version einer ehemaligen BassDrum einer Sample-CD auf. Wie kann das Chaos endlich übersichtlicher gestaltet werden?

Emagic hatte vor vielen Jahren ebenfalls die Idee eines zentralen Verwaltungstools, mit dem der Gerätepark erkannt wird und wo in Listen die programmierten Sounds gespeichert wurden - ein DataBulk in MIDI-Form konnte so einem Gerät zugeordnet und alles zentral gespeichert werden - Datenbanken sei Dank! Doch heute stellt sich die reale Studiwelt viel komplexer (statt viel einfacher wie früher geglaubt) da - Es gibt weiterhin den MIDI-Gerätepark (auch den ein oder anderen analogen Schatz), dazu sind massenweise Sampling-CDs und deren bearbeitete Schwestern und Brüder gekommen sowie etliche virtuelle Synths die nun den Computer zumüllen und Presets beherbergen, die kuzrz nach der Speicherung schon wieder in Vergessenheit geraten.

Das schöne an XML und den DTD's (Document Type Definition) ist eine eigene Struktur zu entwerfen, die untereinander verlinkt werden kann (XLink/XPath) und Verweise auf weitere Knotenpunkte beinhalten können (XPointer). Es ist also im Grunde einfach, eine Studio-Struktur abzubilden, die aus Elementen (Geräten) und deren Verbindungen (Kabel) anhand von hierarchischen Strukturen (XPath/XPointer) abzubilden. Toll, oder?

Nicht ganz...es entstehen nackte, ziemlich unansehnliche Dokumente mit vielen Knotenpunkten, die zwar irgendwie alle miteinander zu tun haben, aber das ganze weder hübsch noch real brauchbar ist. Als "Make-Up" dient dafür XSLT (was in HTML CSS ist) um ein ansehnliches Layout unseren Dokumenten zu verleihen. Zudem können tatsächlich in XML Routinen geschrieben werden, um Knoten zu suchen und deren Elemente auszuspucken (Childs und Parents!). Element "Sampling-CD" enthält demnach sogenannte "Childs" also Kinder wie "Bagla Trombones III" oder "British Horns IV". Deren Unterelemente wiederum sind "Reedbox_Trombone_IV.wav" mit Zusatzinfos wie "Track_no", "Length" oder "BPM". Jetzt toller??

Immer noch nicht....was bleibt ist die Vielzahl der im Studio verwendeten "Übertragungstechniken" ob es analoge Audiosignale, Control-Voltages (CV), oder digitale Signale wie AES/EBU, SPDIF oder ADAT opt. sind - leider können die Knotenpunkte aber keine Informationen tragen. Was allerdings genutzt werden kann, um Eingänge und Ausgänge zu beschreiben, sind Attribute, die zu den Elementen gehören. Also hat das Gerät "ALESIS IO" Unterelemente wie "Eingang" oder "Ausgang". Ein Attribut des Ausganges wäre also "SPDIF="TRUE" CONNECT="TRUE" DEVICE="05". In der XSLT-Datei wird dem DEVICE Nr.05 das Bildchen eines Soundkarte zugeordnet und schon wissen wir die Verbindung, die Art und die beteiligten Geräte. Na, nun endlich toll??

Nee...tja dann fehlt warscheinlich der eigentliche Punkt - XML ist für das Web wie der Werkzeugkasten für die Krankenschwester = alles drin und viele Möglchkeiten, aber keinen trifftigen Grund den Kasten zu benutzen.
Und XML ist aktuell von fast allen Programmiersprachen bearbeitbar! Es ist also am Ende egal, welches Programm ich für die Darstellung verwende - wenn die Datenstruktur (also die DTD) einmal programmiert wurde, kann das Dokument von jeglichen Programmiersprachen durchkämmt und bearbeitet werden. Stellt euch doch mal Vista vor, auf dem ein Widget nicht nur eure aktuelle Verkabelung übersichtlich darstellt und ihr Änderungen im Studio-Setup per Drag&Drop umsetzen könnt - auch Updates und Infos zu den eigenen Geräten können aus dem Internet geladen und angezeigt werden - und Kollegen können sehen, ob bestimmte Geräte gerade im Gebrauch sind oder nicht (um sie dementsprechend von anderer Stelle aus anzusteuern - Virtual Routing!). Tja...war auch nur so ne Idee...

Sonntag, 3. August 2008

Interessanter Content

Für alle Interessenten der elektronischen Musikszene und den dazugehörigen Instrumenten, diese Seite verbindet informative Interviews mit Geräterewievs und Tests:
LINK: De:Bug


Hier noch ein Video-Podcast zu Themen wie Synthesizer oder Produktionen am PC. Der Content ist zur Zeit im Aufbau und daher nicht sehr umfangreich - aber das kommt sicher noch. Die Tests und Interviews sind ganz interessant - teilweise aber auch langathmig und etwas lahm (Blofeld-Test)! Hier fehlt der Direct-Sound des Synth sowie bitte vor dem Test die BEDIENUNGSANLEITUNG lesen! Ich hab ja nicht sonderlich viel gelernt in meinen 10 Jahren Synthesizerliebe, aber das sollte mindestens drinn sein. Wenn ich jemanden ein Synth erkläre/vorstelle, dann erwartet mein Gegenüber doch wenigstens ein paar Parameterkenntnisse oder?

Abseits aller Kritik aber eine sehr gute Idee und ich denke in diesem Bereich ist auch noch Potential!

LINK: MUSO-Talk aus Berlin

Donnerstag, 31. Juli 2008

Festplatten, Backups und Speicherung


Bei einem SAN (Storage Area Network - verteilte Festplatten) ist Vorsicht geboten, wenn die Daten beim Recording direkt zum Speicherort übertragen werden - zudem steigen die Kosten imens durch die Glasfaserkabel, die für zügige Datenübertragung nötig ist. Das lohnt sich erst bei einem Studio mit mehreren Recording- und Cutplätzen. Es sollte immer eine lokale Speichermöglichkeit auf dem Recording-Rechner(ca. 500GB+) existieren. Regelmäßige (tägliche!) Backup-Tasks vom Recording-PC zum Storage-Server am Ende einer Recording-Session übertragen dann alle lokal gespeicherten, neuen Daten - vollautomatisch. Damit können Mitarbeiter am nächsten Tag (ortsunabhängig) weiter arbeiten, während man noch ausschläft ;-) ...und bei Pfusch (oder RAID-Ausfall, jaja es gibt schon echtes Pech manchmal) sind die Daten noch auf dem lokalen Recording-Rechner vorhanden(min. bis zum nächsten Backup - also 24 Stunden). Wer also hauptsächlich im PC mischt, der sollte seinen Datenbestand übersichtlich und aktuell halten - alte Take-Leichen verschwenden oft mehr als 50% der Festplattenkapazitäten. Wer kennt die endlosen "..nur EINEN Take noch!"-Sessions nicht, bei dem von 50 Takes nur ca. 10 % gut sind. Wenn dann die Namensgebung nicht sauber eingetragen wurde, und manuell ein bestimmter Take gesucht wird - professionell und zeitsparend ist was anderes!

Getreu dem Motto "Es geht, aber es geht auch besser!" sollten daher Studiobesitzer besonderes Augenmerk auf den digitalen Workflow und die Optimierung legen. Oft hilft es, einfach mal den digitalen Workflow aufzuzeichnen (was wird wo aufgenommen, wie wird gemischt, wo landen die Files, gibt es Backups oder RAIDs, gibt es eine einheitliche Ordner- und File-Name-Struktur, wie sieht die physikalische Architektur der Festplatten und des Netzwerkes aus, etc) und einen kleinen Notfallplan auszuarbeiten, falls mal Daten futsch sind! Denn Festplatten halten nicht ewig!!!