Donnerstag, 9. Juni 2016

Jams, Jamtracks & Jamsessions

Jams

Ein Jam ist eine teilweise bis völlige Improvisation von verschiedenen Musikern zur gleichen Zeit. Form, Struktur, Stil, Sound, Harmonien etc. können im Vorfeld besprochen werden - eine Jam funktioniert aber genauso gut, wenn keine Absprachen existieren.

Ein Jam hat kein Anspruch auf Perfektion und kein festgelegtes Ziel, sondern lebt von der Ideenvielfalt, Kreativität und Variation der einzelnen Musiker.

Freie Instrumentenwahl oder ein Wechsel der Instrumente während der Jam ergeben neuartige, musikalische Ergebnisse und unerwartete Klangschöpfungen. Diese Art der völlig freien Improvisation bietet sich besonders für Band an, die bereits seit mehreren Jahren in gleicher Besetzung spielen und neue Wege der Kreativität suchen.

Vorgehen

Einer der Musiker startet und gibt ein Lick, Riff, Groove oder Melodie-Linie vor. Die anderen Musiker steigen nacheinander ein. Während eines Jams variieren die Musiker eigenständig ihre Parts, so dass immer wieder neue Gesamtarrangements entstehen.  Ein Jamtrack enden, wenn einer der Musiker ganz aussteigt (und nicht nur pausiert) oder per Blickkontakt / Handzeichen ein Ende signalisiert und alle anderen Musiker gleichzeitig oder nacheinander aussteigen.

Jamtracks

Jamtracks sind die Musikstücke, die innerhalb eines Jams entstehen. Jamtracks haben typischerweise keine klaren Strukturen. Die Jamstracks bestehen aus unterschiedlichen Sektionen, die fließend ineinander übergehen. Die typische Länge von Jamtracks liegt zwischen 5 und 15 Minuten. Ein Jamtrack kann auch über mehrere Stunden gehen, je nach Ausdauer und Ideenvielfalt der beteiligten Musiker.

Tipps & Tricks

Intro: In einer Jam fällt es vielen Musikern besonders am Anfang schwer, den ersten Schritt zu tun und ein Jamtrack zu beginnen. Einige Musiker möchten in einer Jam ihr Können unter Beweis stellen, und beginnen mit einem sehr komplexen Riff/Lick, dem die anderen Musiker nicht folgen können oder wollen, da es keinen Freiraum für die anderen Instrumente gibt. Für den Start sollte daher eine sehr einfache Melodie oder ein sehr reduziertes Riff dienen, damit den anderen Musikern der Einstieg erleichtert wird. Im Laufe des Jam kann dann die Komplexität erhöht werden. In Solo-Einlagen kann jeder Musiker sein Können unter Beweis stellen.

Solos: Für die einen die geliebte Kür, für die anderen unangenehme Pflicht - dennoch gehört in jeder Jam ein Solo pro Musiker als persönlicher Beitrag dazu. Wer unendliche Solos liebt, sollte zwischendurch in die Gesichter der Mitmusiker schauen - es könnte für die anderen irgendwann sehr langweilig werden. Wem Solos nicht liegen sollten, der kann diese Momente nutzen um sich an Solos auszuprobieren. Jamtracks ganz ohne Solos funktionieren, erfordern aber mehr Variation und Vielfalt von den Musikern, damit keine Langeweile aufkommt.Und irgendwie gehören Solos einfach zu einer guten Jam dazu.

Fehler: Fehler passieren in einer freien Jams immer - egal ob jemand sich verzettelt, aus dem Takt kommt oder die Notenfolge verwechselt hat. Die Herausforderung beim Jam ist, sich von den Fehlern  der anderen nicht aus dem eigenen Konzept bringen zu lassen und bei eigenen Fehlern wieder "in die Spur" zu kommen. Wer aufgrund einer falschen Note abbricht (und heult), verdirbt den anderen und sich selbst den Spaß am jammen.

Nach Gehör spielen: Es gibt bei einer improvisierten Jam keine Noten und im Vorfeld besprochene Harmonie-Vorgaben schränkt die künstlerische Freiheit der einzelnen Musiker unnötig ein. Daher ist es sehr hilfreich und teilweise unabdingbar, das die Musiker "nach Gehör" spielen können oder über den Blick auf die Instrumente der anderen Musiker (z.B. Griffbrett oder Klaviatur) die gespielten Noten erkennen. Über das "Ausprobieren" kann versucht werden, passende Noten zu finden. Besonders die Komponente "Ausprobieren" erzeugt interessante Ergebnisse, die in der "klassischen" Herangehensweise an eine Komposition oder Arrangement nur sehr selten Verwendung finden würden.

Aufeinander achten: Ein Jam endet schnell im Chaos, wenn keiner auf den anderen achtet. Daher ist es extrem wichtig die anderen Musiker zu beobachten bzw. hinzuhören wer gerade was spielt. Dabei hilft es sehr, wenn die lauteren Musiker ihre Verstärker und ihre Kraft zügeln. Bei Fehlern darf zwar über die Fehler, aber nie über den Musiker gelacht werden. Während einer Jam entsteht eine gewisse Art von Vertrauen unter den Musikern und das sollte man mit solchen Aktionen nicht aufs Spiel setzen.

Weniger ist mehr: In Jams spielen die Charaktere der Musiker eine große Rolle - wer sich auf Dauer in den Vordergrund drängt (durch zu hohe Lautstärke oder stetige Nerv-Soli) wird die anderen verärgern, da für die anderen Musiker zu wenig Platz für die kreative Entfaltung bleibt. Daher sollten alle Musiker ihre egozentrischen Eigenheiten zügeln und sich in Geduld üben. Der Moment des Solos wird für jeden kommen. Auch komplexe Riffs/Licks oder Speedprügelei am Schlagzeug ermüden die anderen Musiker irgendwann, denn es bleibt kein Platz um eine Dynamik im Jamtrack auf- und auch wieder abzubauen.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, das eher die einfachen Licks/Riffs oder Melodien die anderen Musiker zu guten Ideen anregen. Komplexere Parts lassen dagegen wenig Spielraum für neue Ideen -  aber das muss natürlich nicht immer so sein.

Non-verbale Kommunikation: Während der Improvisation ist eine verbale Konversation nicht möglich oder sehr störend. In Jams wird daher mit Blickkontakten oder Handzeichen kommuniziert. Falls dies nicht funktioniert, gibt es alternative Ansätze um während der Jam innerhalb der Jamtracks zu kommunizieren:
  • Jam-Leader: Es wird zu Beginn gemeinsam ein Jam-Leader bestimmt. Dieser dient den anderen Musikern zur Orientierung, ähnlich einem Dirigenten in einem klassischen Orchester. Der Jam-Leader signalisiert mit Handzeichen Übergänge, Breaks, verteilt per Fingerzeig Solorollen oder kündigt das Ende eines Jamtracks an.
  • Jam-Zonen: Experimenteller wird es, wenn der Raum (oder die Bühne) in verschiedenen Zonen aufgeteilt wird. Die Zonen und deren Bedeutung werden zu Anfang unter den Musikern abgesprochen. Zonen sind im einfachsten Falle die Ecken eines Raumes - können aber auch Orientierungspunkte wie "Ausgangstür",  (vor dem) "Schlagzeug",  (vor dem ) "Gitarrenamp" etc. sein. Auf einer Bühne wird eher der vordere Bereich in "Links, Mitte, Rechts" aufgeteilt. 

Jamhabits: Jeder Musiker hat seine eigenen musikalischen Muster oder Angewohnheiten (Jamhabit) , in die er gerne zurückfällt. Um diese Jamhabits zu vermeiden, lohnt es sich Riffs oder Melodien anderer Musiker zu übernehmen und abzuwandeln. Eine andere Möglichkeit ein Tausch der Instrumente untereinander. "Fremde" Instrumente zu erforschen weckt die natürliche Neugier und lässt im Zusammenspiel mit den anderen Musikern ganz neue Klanggebilde entstehen. Es erzeugt ein tieferes Verständnis von anderen Instrumenten, deren tonalen Möglichkeiten und dem Klangspektrum. Die Ergebnisse aus einem Instrumentenwechsel sind nicht perfekt tonal und oft nicht harmonisch "schön", können aber durchaus Freude bereiten und sehr interessant sein.

Gruppendynamik: Die Gruppendynamik innerhalb einer Band kann durch Jamsessions trainiert und auf ein höheres Level befördert werden. Die Abstimmung wer was spielt - ohne verbale Kommunikation - trainiert das bewusste Zuhören und das Verständnis untereinander. Fehlertoleranz gegenüber anderen Bandmitgliedern fördert das Vertrauen. Werden Melodien oder Riffs von anderen Bandmitgliedern übernommen, gedoppelt oder variiert, ist dies Anerkennung und Wertschätzung gegenüber dem anderen Bandmitglied - eine wichtige soziale Erfahrung die das Selbstwertgefühl und die Selbstsicherheit der Mitglieder steigert.
Ein wichtiger Teil der Gruppendynamik ist auch die Beeinflussung der anderen Musiker durch den eigenen musikalischen Beitrag.

Reflexion: Eine Jamsession kann als "Happening" passieren - und somit ohne eine Feedback-Runde verhallen. Wer allerdings etwas lernen will und sich weiterentwickeln möchte, der sollte seine Eindrücke in anschließenden kurzen Gesprächen (je nach Gruppengröße 5-10 Minuten pro Jamtrack) mit den anderen Musikern teilen. Hier sind besonders die "magischen Momente" hervorzuheben, die bei Jamsessions immer wieder entstehen können sowie die Parts oder Melodien die einem besonders gefallen haben. "Feedback ist ein Geschenk" - und jeder freut sich über Geschenke!

Analyse: Wer tiefer in die Analyse von Jams steigen möchte (und das rate ich jedem) der sollte die Jamsession aufnehmen. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, das sich durch regelmäßige Analyse der Jamsession-Aufnahmen einen erheblicher Entwicklungsschub einstellt. Es führt zu einer stetigen Erweiterung der Spielart sowie sowie die Verbesserung der Instrumentenbedienung und der Klanggestaltung. Schnell wird einem klar, welche Riffs, Melodien und sonstige Dinge gut funktionieren und welche Techniken sich für fließende Übergänge zwischen Sektionen am besten eignen. Und für mich als Synthie-Schrauber gibt es mir ein sehr gutes Feedback, wie meine Sounds im Gesamtklang der Gruppe wirken.

Recording: Durch die technische Entwicklung im Bereich Homerecording ist es inzwischen ohne hohe Kosten möglich, mit PC und Soundkarte eine ganze Band in separaten Spuren aufzunehmen, so daß jeder der Musiker (Interesse und PC-Kenntnisse vorausgesetzt) seine Spur innerhalb der Jamsession anhören und analysieren kann.

Jamrecording mit Klick: Ein Klicktrack ist eine Einschränkung, aber auch eine Hilfestellung. Zum einen schränkt der Klick die natürliche Schwankung des Tempos ein, zum anderen ist es als Richtlinie hilfreich, um allzu große Temposchwankungen zu vermeiden. Es sollten in jedem Falle beide Varianten probiert werden.

Mixing: Wer die Jamsession in Mehrspurverfahren aufgenommen hat, kann auch seine Mixing-Skills verbessern, da gutes "Übungsmaterial" vorhanden ist. Da Jamsessions in der Regel sehr reich an spielerischer Varianten sind, können aus einer Aufnahme mehrere Versionen kreiert bzw. Remixe erstellt werden. "Elastic Audio" und "Pitch Shifting" erleichern es, die Aufnahmen (wenn ohne Klick aufgenommen) in ein Sequenzer-Raster einzupassen und schiefe Töne zu korrigeren.

Info: Im deutschen Wikipedia Eintrag ist über eine Jamsession nur sehr wenig Information enthalten: https://de.wikipedia.org/wiki/Jamsession

Über den Autor: Der Autor greift im Bereich Jams / Jamsessions auf über 15 Jahre praktische Erfahrung zurück. Als treibende Kraft hat er Jamsessions mit verschiedenen Musikern aus dem Norddeutschen Bereich organisiert und durchgeführt.

Samstag, 4. April 2015

Audio Hardware und Software Simulation

Software basierte Emulationen sind nicht immer an ihrem Titel oder der grafischen Oberfläche zu erkennen. Daher ist eine Übersicht nützlich für alle, die zwar die Hardware, aber nicht die Software Pendanten kennen. Daher habe ich von der Seite audio-hardware-emus.com die Liste der Simulationen zusammengestellt.

Kompressoren

Teletronix LA-2A

Teletronix/UREI LA-3A

Urei 1176LN

Fairchild 660/670

Tube-Tech CL-1B

DBX 160/165

SSL 4000 Bus Compressor

  • SSL Duende Native SSL Bus Compressor
  • Waves SSL 4000 SSL G-Master Buss Compressor
  • Native Instruments Solid Bus Comp
  • T-RackS CS Bus Compressor
  • FXpansion "DCAM Dynamics" BusComp
  • URS 1980
  • Sonalksis SV-315
  • Cytomic The Glue (SSL XLogic G-Series)
  • Stillwell Audio Bombardier

SSL 4000 E/G Channel Compressor

  • Waves SSL 4000 SSL E/G Channel
  • SSL Duende Native SSL Channel
  • T-RackS CS British/White Channel
  • Eareckon ANALOG87 series
  • Native Instruments Solid Dynamics

Manley Vari Mu

  • Native Instruments Vari Comp
  • McDSP 6030 Ultimate Compressor

Neve 2254

  • Waves V-Comp
  • URS 1970 Classic Console Compressor
  • Nomad Factory MCL-2269
  • McDSP CompressorBank

Neve 33609

  • IK Multimedia T-RackS CS Precision Comp/Limiter
  • McDSP 6030 Ultimate Compressor

Neve 8014 console (-esque)

  • Slate Digital “Virtual Buss Compressors” FG-8014 (see also Focusrite RED)

API 2500

  • Waves API 2500

API 525

  • LSR audio VLB525
  • URS CCS Pro 1967

Rupert Neve Design Portico 5043 Compressor

  • Steinberg Rupert Neve Design Portico Compressor

Rupert Neve Design Portico 5015 Compressor (-esque)

  • Slate Digital “Virtual Buss Compressors” FG-4014

EMI TG12345 console limiter

  • AbbeyRoad Plugins TG12413 plugin

Abbey Road RS124 valve compressor

  • AbbeyRoad Plugins RS124 plugin

Elysia mpressor

  • Elysia mpressor plugin

Elysia alpha compressor

  • Elysia alpha compressor plugin

Vertigo Sound VSC-2

  • brainworx Vertigo VSC-2

Pye Compressor

  • Waves PIE Compressor (Eddie Kramer)

Valley People Dyna-mite

  • Valley People Dyna-mite by Softube

Focusrite ISA130

  • Focusrite Midnight Compressor

Focusrite RED

  • Slate Digital “Virtual Buss Compressors” FG-8014 (see also Neve 8014 console)

Summit Audio TLA-100A

  • Softube Summit Audio TLA-100A

Eventide Omnipressor

  • Eventide Omnipressor native plugin

SPL Vitalizer MK2

  • SPL Vitalizer MK2

Shure M62 Level-Loc

  • Soundtoys Devil-Loc

Empirical Labs Distressor/Fatso

  • PSP Audioware Vintage Warmer
  • URS Stress (CCS Pro)
  • Cocell Production's Pensadia SOR8 (based on Distressor ELX8)
  • Antress Modern Deathcore

SSL Listen Mic Compressor

  • SSL LMC-1

SSL G384

  • Antress Modern The Apophis

Gates SA-39 tube limiter/compressor

  • Sknote GTS-39
  • URS CCS Pro (Tube SL)

Alesis 3630 Dual Channel Compressor/Limiter

  • discoDSP NighShine Compressor


Equaliser

API 550A/b, 560

  • Waves API (550A/b)
  • Slate Digital VCC (API Channel Strip/"US A" setting)
  • PSP Audioware PreQursor
  • URS A10 (560)
  • URS A Series EQ (550b)
  • URS A Mix EQ

Pultec EQP-1A

  • Waves JJP PuigTec EQP-1A
  • Softube Tube-Tech PE 1C
  • IK Multimedia T-RackS CS Vintage Equalizer EQP-1A
  • OverTone DSP PTC-2A Program EQ
  • PSP Audioware Noble Q
  • URS FullTec (URS BLT)
  • URS 1951 (CCS Pro)
  • Nomad Factory Pulse-Tec EQP-1A/Program Equalizer EQP-4
  • Nomad Factory BT Equalizer PEQ2B
  • G-Sonique Pultronic EQ-110P
  • Bomb Factory EQP-1A
  • Sknote EQ1
  • Antress Modern Black Dragon

Pultec MEQ-5

  • Waves PuigTec MEQ-5
  • Softube Tube-Tech ME 1B
  • Nomad Factory Pulse-Tec MEQ-5
  • Bomb Factory MEQ-5

Pultec EQH-2

  • OverTone PTH-2A

SSL EQs

  • SSL Duende Native SSL Channel (EQ & Dynamics from C200 HD console)
  • Waves SSL E/G Channel
  • Waves NLS consoles (SSL 4000G console/"SPIKE" setting)
  • Native Instruments Solid EQ
  • T-RackS CS British/White Channel
  • Eareckon ANALOG87 series
  • Slate Digital Virtual Mix Rack
  • URS S Series EQ, URS S Mix EQ
  • Slate Digital VCC (SSL G channel/"Brit 4k" setting)
  • McDSP Channel G

Neve EQ 1073/1084

  • Waves Scheps 73
  • Waves V-EQ3 (1073/1066)
  • IK Multimedia EQ 73
  • Kuassa EVE-AT4
  • Stillwell Audio 1973
  • Slate Digital Virtual Mix Rack
  • URS N Series (Neve 1084)
  • URS N12 Series EQ (Neve 1073)
  • URS N Mix EQ
  • Nomad Factory BT Equalizer BQ2S
  • McDSP Filter Bank

Neve EQ 1081

  • Waves V-EQ4
  • IK Multimedia EQ 81
  • Kuassa EVE-AT1
  • PSP Audioware ClassicQ/ClassicQex
  • URS 1972
  • URS N4 Series EQ
  • Nomad Factory NEQ-1072

Neve 8048 console EQ

  • Slate Digital VCC (Neve 8048 Channel/ "Brit N" settings)

Neve 5116 console EQ

  • Waves NLS consoles ("NEVO" setting)

Rupert Neve Design Portico 5033 EQ:

  • Steinberg Rupert Neve Design Portico EQ
  • DDMF 6144 EQ

Manley Massive Passive

  • Native Instruments Passive EQ

Manley Enhanced Pultec EQP-1A

  • Native Instruments Enhanced EQ

EMI TG12345 Mk 4 console EQ

  • Waves NLS consoles ("MIKE" setting)

EMI TG 12410 console EQ

  • AbbeyRoad Plugins TG12412

EMI TG 12410 console filters

  • AbbeyRoad Plugins TG12414

EMI TG 12345 presence section

  • AbbeyRoad Plugins TG12414

Abbey Road REDD (console)

  • Waves Abbey Road REDD consoles plugin

Abbey Road RS56 passive EQ

  • Waves RS56

Abbey Road RS135/137

  • Abbey Road Plugins RS135/137 (Brilliance Pack)

Trident A-Range EQ

  • Softube Trident A-Range EQ

Trident 80B

  • Slate Digital VCC (Trident 80B Channel/"ψ" setting )

Helios Channel Strip (incl. preamp)

  • Waves HLS Channel (Eddie Kramer)

Summit Audio EQF-100

  • Softube Summit Audio EQF-100

Sontec 432 Master EQ

  • IK Multimedia Master EQ 432

Sony OXF-R3 Digital Mixing Console EQ

  • Sonnox Oxford EQ

SPL RackPack EQ Modules

  • SPL EQ Rangers Vol.1

SPL Passeq

  • SPL Passeq plugin

SPL Vitalizer MK2

  • SPL Vitalizer MK2

Focusrite ISA110

  • Focusrite Midnight EQ

Motown 7-band passive EQ

  • URS MotorCity EQ/Vintage Cinema EQ
  • Nomad Factory Music-Tone EQ/Film-Tone EQ

Tonelux Tilt

  • Softube Tonelux Tilt

Calrec PQ1549 EQ

  • IK Multimedia T-RackS CS Classic Equalizer

BFE/Filtek EQ Mk5 & Neumann PEV 930:

  • Softube Active/Passive (EQ)

Neumann PEV EQ

  • TriTone Digital ClassicTone-PEV

ALTEC 9063B Program Equalizer

  • Nomad Factory ALL-TECH 9063B

ALTEC 1567A

  • SoundToys Radiator

Mäag Audio EQ4

  • PLUGIN ALLIANCE Maag EQ4
  • lkjb Luftikus

AMEK 501 console

  • Yamaha Vintage Channel Strip "EQ 601"
  • PSP Audioware ConsoleQ

MCI console

  • PSP Audioware McQ

OTHERS (analog modeling)

  • PSP Audioware RetroQ (Avalon-esque)
  • Sonalksis SV-517

Freitag, 6. März 2015

Was wir Musiker wirklich brauchen

Es gibt immer wieder Hürden und Hindernisse, die den kreativen Workflow im eigenen Studio unterbrechen. Hürden und Hindernisse, die in jeder DAW stecken oder dann auftreten, wenn ein externer Klangerzeuger oder ein Hardware-Controller mit der DAW verbunden wird.
Woran es liegt? Vielleicht daran, das sich die Producer-Gemeinschaft schon an die Unzulänglichkeiten gewöhnt hat. Und das wir für diese Hürden und Hindernisse unsere eigenen Workarounds gefunden haben.


Dennoch frage ich mich an manchen Tagen, warum es immer noch keine Lösung für einige dieser Probleme gibt. Wenn man die Zeitfresser erkennt und genauer betrachtet, ist eine Lösung gar nicht mehr so schwierig. Ich nenne hier mal ein paar meiner größten Zeitfresser, die immer wieder meinen kreativen Flow unterbrechen, und ich Zeit mit unnötigen Tätigkeiten verschwenden muss.


Zuweisung von Plugin-Parametern für Hardware Controller

Ich weiß nicht, wie oft der normale Producer unter uns seine Hardware Controller wechselt. Ich bisher eher selten - mit meiner NI Maschine und einem USB-Keyboard habe ich alle Controller zur Hand, die ich benötige um schnell und effektiv zu arbeiten. Aber auch wenn man regelmäßig seine Controller austauschen würde - ist es wirklich notwendig, das ich jedes Mal in einem neuen Projekt oder für neu hinzugefügte VST-Instrumente (und Effekte) per MIDI-Learn die Parameter mit meinem Hardware Controller verknüpfen muss? Eigentlich nutze ich nur eine Handvoll von VST-Instrumenten und Effekten, daher sollte es doch möglich sein, das meine Einstellungen als Presets in der DAW gespeichert werden - und wenn ich das VST-Instrument neu lade, kann die DAW doch mein Regler-Zuweisungs-Set einfach als "Standard" wieder abrufen.


Was ich mir für die Zukunft wünsche, ist eine separate Preset-Liste für meine Hardware-Controller-Einstellungen, die pro VST-Instrument (oder Effekt) gespeichert werden können. Diese Liste befindet sich neben der Sound-Preset-Liste. Ein Preset kann als Standard eingerichtet werden und wird mit dem bestehenden oder einem neuen Projekt geladen.




OSC-Protokoll neben MIDI

Die Verbindung zwischen externen Synthesizern und der DAW wird meistens über MIDI erstellt. MIDI - ein Standard der seit 1982 besteht und seit dem nicht wirklich großartig geändert wurde.


Doch es gibt einige Kritikpunkte an dem über 30 Jahre alten Standard:

  • Die Auflösung: Es gibt nur 128 Stufen pro Controller - somit kann ein Parameter, der in der DAW aufgenommen wird, nur maximal 128 unterschiedliche Zustände besitzen. Bei manchen Parametern ist dies durchaus ausreichend, aber für die Steuerung von Filterfrequenzen oder LFO-Frequenzen ist diese Einteilung zu grob.

    Ein Vergleich zwischen der Parameter-Steuerungen direkt am Synthesizer und der Parameter-Steuerungen per DAW zeigt, das Pegelsprünge bei MID definitiv bemerkbar sind. Bei solch einem Vergleich ist allerdings darauf zu achten, das das Synthesizer nicht auch intern mit nur 127 Schritten arbeiten. Am Besten ist es, wenn der Vergleich mit einem midifizierten Analog-Synthesizer stattfindet.

  • Die Latenz: Das Auslösen eines Tons benötigt 3 Byte. Die Übertragung dauert im Idealfall 0,960 Milisekunden. Kein Problem, solange nur eine Taste gedrückt wird. Wenn aber eine Groovebox mit mehreren Instrumenten vor sich her rappelt, und man noch zusätzliche Parameter automatisiert hat, dann tritt der Effekt deutlich hervor - ärgerlich für LIVE-Auftritte. Auch die MIDI-Clock oder MTC-Sync-Informationen sind von der Latenz betroffen, wenn diese über die gleiche Leitung laufen - und das ist Standard, denn die wenigsten Geräte besitzen mehrere MIDI-Eingänge.

  • Stimmungen und Skalen: Stimmungen und Skalen, die von der temperierten Stimmung abweichen, können nicht realisiert bzw. von der DAW erkannt werden. Es muss eine manuelle Anpassung beider miteinander verknüpften Geräte passieren. Das ist besonders bei der Arbeit mit orientalischen Klängen oder bei experimentelleren Skalen nervig und zeitraubend.

MIDI ist DER Standard geworden, fast jedes Instrument oder Interface hat inzwischen ein MIDI-Duo an Board. Aktuell wird USB für den Direktanschluss an einen Rechner immer beliebter. Das ist eine gute Alternative - allerdings nicht die Beste, denn damit kann das Gerät nur an einen Rechner angeschlossen werden. Das Verbinden zweier USB-Geräte ist nicht möglich!


Die MIDI-Alternative

Die Alternative zu MIDI gibt es schon länger, und ich bin davon überzeugt das die Integration der neuen Schnittstelle Gerätehersteller nicht vor unlösbare Probleme stellt. Das Open Sound Protokoll, kurz OSC genannt bietet für den multimedialen Bereich viele Vorteile die sich nicht nur auf die Übertragung von digitalen Steuersignalen beschränken.

Damit bei Nutzung von OSC die MIDI-Nutzung nicht komplett wegfällt, wäre eine Umstellung zwischen dem MIDI- und dem OSC-Protokoll direkt im jeweiligen Gerät eine durchweg realistische Möglichkeit, um die MIDI-Anschlüsse für beide Protokolle zu verwenden. Ein separater RJ-45 Anschluss (üblicher Netzwerk-Anschluss) ist daher nicht notwendig, wäre aber von Vorteil.

Es gibt wie überall auch hier Licht und Schatten.
Die Vorteile von OSC:

  • Eine höhere Geschwindigkeit bei der Datenübertragung - und somit keine Latenzprobleme, Sound-Dropouts oder stolpernde Soundausgabe

  • Keine Parametersprünge mehr - Gleitkommazahlen ermöglichen saubere, glatte Frequenzänderungen

  • OSC kann über ein Netzwerk übertragen werden - somit auch über das Internet, LAN, WLAN etc. Damit kann in Zukunft ein Endgerät das in Holland steht, durch ein Nutzer in Australien gesteuert werden. Damit wird der Traum eines weltweiten Internet-Jams Realität.

  • Kein separates MIDI-Interface - das Gerät kann einfach in das Netzwerk eingeklingt oder kabellos über WLAN integriert werden.

Höhere Geschwindigkeit, keine Parametersprünge, Datenübertragung per WLAN, eine Netzwerkkarte als Interface. Her damit! Das klingt ja traumhaft! Doch wo ist der Haken?

Die Nachteile von OSC - und mögliche Lösungsansätze:


  • Bezeichnungen der Nachrichten sind nicht standardisiert
    Das ist ein Hindernis, aber kein großartiges Problem.
    Ein Lösungsweg ist die Übernahme der bereits bekannten Bezeichnungen des MIDI-Protokolls in einen vorläufigen OSC2MIDI-Standard mit der Verbesserung der bekannten Auflösungsproblematik.

    Ein anderer Weg könnte ein Protokoll-Dolmetscher-Programm (Daten-Übersetzer) sein, in dem die OSC-Daten zweier Geräte analysiert und per Drag & Drop über virtuelle Kabel verbunden werden. Das bietet zudem eine wunderbare Spielwiese für Klangtüftler, denn so ist die Nutzung einer Modulationsmatrix über mehrere Geräte hinaus möglich. Für diese Idee ist noch nicht einmal OSC in allen Geräten zwingend notwendig.
    So kann OSC sehr einfach in MIDI-Daten umgewandelt werden - auch wenn die MIDI-Geräte ohne OSC weiterhin mit den MIDI-Unzulänglichkeiten zu kämpfen haben.
    Wichtiger ist der sofortige Start der OSC-Integration in neue Geräte und die Möglichkeit, neue OSC-Protokolle in die Geräte zu laden - von mir aus auch per MIDI System Exklusive Nachrichten :-)


  • Integration einer Netzwerkschnittstelle für Hardware-Hersteller zu teurer und umständlich
    Ja und? Wird denn für die Übertragung von OSC-Informationen zwingend UDP benötigt? NEIN! OSC ist unabhängig vom Transportprotokoll. Es kann also auch über eine serielle Schnittstelle (und damit auch über die MIDI-Buchsen) übertragen werden. Es muss nur im Gerät ein Chip integriert werden, der auf Basis des installierten OSC-Protokolls die Daten übersetzt und in Paketen überträgt, ebenso wie der Empfänger die Pakete lesen können muss. Wir reden hier somit nicht von der Integration eines ganzen Servers in einen Synthesizer, sondern von einem kleinen DSP-Chip.

    Wenn mehr Übertragungsbandbreite benötigt wird, können auch alle 5 Signalwege von MIDI genutzt werden - das sind aktuell bei MIDI bisher nur immer 3 Signalwege!

OSC in die DAW

Auch wenn der OSC-Standard nur von wenigen Leuten genutzt wird - eine Integration bzw. Unterstützung des Protokolls auf DAW-Ebene wäre ein erster Schritt, um den Geräteherstellern zu signalisieren, das OSC nicht länger ein experimentelles Protokoll aus der Berkley-Uni ist. Es wird bisher sehr stiefmütterlich behandelt und nur von einigen Multimedia-Nerds und "Audiovisualisten" (Künstler die Audio und Video in Kunstwerken verbinden) genutzt. Dort aber mit viel Erfolg und viel Freude!


Die Lösungen der Probleme liegen ist wie so oft direkt auf der Hand. Und um die beiden angesprochenen Themen - virtuelle Instrumente und OSC Protokoll - gedanklich zu verknüpfen, hier noch eine Anregung: Warum wird nicht OSC intern zur Kommunikation von virtuellen Instrumenten als Standard verwendet? Statt dessen muss ein Hersteller für virtuelle Instrumente alle Schnittstellen separat implementieren - VST, AudioUnit, DirectX, RTAS, AAX, LV2 und so weiter. Wäre nicht auch hier ein einheitlicher Standard endlich fällig?


Liebe Hersteller von Sequenzer-Programme, Synthesizern und Hardware-Controllern, macht bitte eure Hausaufgaben und setzt euch zusammen, damit wir Musiker und Producer uns wieder auf das konzentrieren können, was wir alle so lieben: das Musizieren!

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